Jakob Weiß

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en suspens (2023)

Mit welcher Geschwindigkeit ein Gegenstand sinkt oder auftreibt bestimmt neben dem Gewicht und der Dichte seine Form. Ausgehend von der Faszination für Kraftwirkungen entlang der Wasseroberfläche, reizt die Arbeit en suspens (franz.: In der Schwebe) von Jakob Weiß das Spannungsverhältnis einer Materialität zu ihrer Form in ihrer Umgebung aus. In seiner Gleichung stellt Weiß der Oberflächenspannung einer eingeschlossenen Wassermasse eine ausgehöhlte, schwebende Betonpyramide gegenüber, die mit der Spitze nach unten die Wasseroberfläche einschneidet, ohne dabei unterzugehen. Diese widersprüchliche Einigkeit aus Beton und Luft treibt das Wasservolumen verdrängend, entlang der Oberfläche und belegt damit die Gültigkeit des Kräftegleichgewichts auch in Bewegung. Indem Weiß darauf verzichtet die präzise Ausgleichung der Materialien zwischen Auf-und Abtrieb darzustellen, offenbart er die überraschende Vielseitigkeit dieser massiven Materialattribute. So befremdlich und gegensätzlich die Komposition vielleicht wirken mag, beinhaltet die Arbeit sowohl skalierbare Parallelen sowie kausale Zusammenhänge, etwa die gleichen Verhältnisse der Seitenlängen des Beckens in der invertierten Pyramide oder die Prinzipien von Ursache und Wirkung in den Materialien Wasser und dem darauf geeichten Beton. Eine Pyramide desselben Gewichts aus Bronze, die in der Indoor Ausstellung auf einer ihrer Seitenflächen liegt, verweist als oberirdisches Pendant auf die erweiterte Skulptur im Garten.

Text_Tatjana Vall




en suspens

The speed at which an object sinks or lifts is determined by its weight and density as well as its form. Based on a fascination with the effects of force along the surface of water, the work en suspens (in suspension) by Jakob Weiß explores the tension between a materiality and its form in its surroundings. In his equation, Weiß contrasts the surface tension of an enclosed mass of water with a hollowed-out, floating concrete pyramid, which cuts into the surface of the water with its tip pointing downwards without sinking. This contradictory unity of concrete and air displaces the volume of water along the surface, thus demonstrating the validity of the balance of forces even in motion. By refraining from depicting the precise balancing of the materials between upward and downward propulsion, Weiß reveals the surprising versatility of these massive material attributes. As disconcerting and contradictory as the composition may seem, the work contains both scalable parallels and causal relationships, such as the equal ratios of the side lengths of the basin in the inverted pyramid or the principles of cause and effect in the materials water and the concrete calibrated to it. A bronze pyramid of the same weight, which lies on one of its sides in the indoor exhibition, refers to the extended sculpture in the garden as an above-ground counterpart.

Text_Tatjana Vall